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Computerspiele

Elternabend zum Thema "Computerspiele"

"Da hab ich meinem Kind also zu Weihnachten dieses Geschicklichkeitsspiel gekauft, das es immer auf meinem Smartphone spielen will. Eine richtig schöne Ausgabe mit echten Kugeln aus Holz. Was soll ich sagen, es liegt bis heute unangerührt im Schrank…"

Kinder wollen die Errungenschaften der Erwachsenenwelt erkunden und Kinder wollen spielen. Computerspiele bieten ihnen beides. Wen wundert es also, dass Computerspiele eine besondere Faszination ausüben – und das bereits schon auf Kinder im Vorschulalter.

"Viele Eltern in unserer Kindertageseinrichtung haben erkannt, dass sie um dieses Thema nicht mehr herumkommen, und wollten sich daher fachlichen Rat holen", meint Beatrice Kupferschmid, Einrichtungsleiterin der KiTa Brückenstraße in Stuttgart Bad Cannstatt. Dort fand am 24. Juni 2013 im Rahmen des Eltern-Medienmentoren-Programms ein zweistündiger Elternabend zum Thema Computerspiele statt. Dieses Angebot macht das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) im Rahmen der Initiative Kindermedienland für Eltern , um Medienerziehung in der Familie zu erleichtern. Dabei werden insbesondere Eltern mit Migrationshintergrund in den Blick genommen.
 
Während sich also draußen auf dem Spielplatz die Kinder unter der Aufsicht der Erzieherinnen noch austoben durften, erhielten ihre Eltern den gewünschten fachlichen Rat. Die medienpädagogische Referentin des LMZ und ausgewiesene Computerspielspezialistin, Kerstin Raudonat, referierte fachkundig und anschaulich zu verschiedenen Aspekten kindlicher Computerspielnutzung, indem sie die wichtigsten Elternfragen aufgriff: "Was kann mein Kind in welchem Alter spielen?", "Wie lange sollte es am Computer höchstens spielen?", "Gibt es geeignete Spiele für Vorschulkinder?", "Kann mein Kind beim Computerspielen etwas lernen?" und: "Was sollte ich bei der Medienerziehung beachten?".

Wie finde ich das richtige Computerspiel für mein Kind?

Als Orientierungshilfe für die altersgerechte Einordnung von Computerspiele verwies sie zum einen auf die Empfehlungen der freiwilligen Selbstkontrolle der Computerspielewirtschaft USK sowie der PEGI (Pan European Game Information). Diese prüfen jeweils, ob die Spiele nach bestimmten Kriterien des Jugendmedienschutzes für eine bestimmte Altersgruppe geeignet sind, ob beispielsweise verharmlosende Gewaltdarstellungen enthalten sind, Schimpfwörter verwendet werden oder auf sexuelle Handlungen angespielt wird. Bei der Kennzeichnung durch die PEGI sind diese Kriterien auf den Spielen nochmals eigens durch bestimmte Symbole ausgewiesen.

Andererseits ist es für Eltern wichtig zu wissen, dass diese Einordnungen ausdrücklich keine pädagogischen Empfehlungen darstellen. Daher sollten sie eigene Beurteilungskriterien haben, wenn sie ein bestimmtes Computerspiel für ihr Kind aussuchen: die Spielhandlung, die Darstellung der Charaktere oder auch die Geräuschkulisse bieten hier wichtige Anhaltspunkte.  Aber auch das Genre des Spieles muss passen. Will man eher ein Jump-n’-Run Spiel, ein Simulationsspiel, ein Sportspiel, ein Adventuregame oder ein Denk- und Knobelspiel? Da fällt es oft nicht leicht, die richtige Auswahl zu treffen. Doch auch hier kann man sich im Internet fachkundige Hilfe holen. Es gibt verschiedene Internetseiten, auf denen man pädagogische Bewertungen und Empfehlungen für interessante und teilweise sogar mit Auszeichnungen versehene Computerspiele findet, beispielsweise:

Das geeignete Computerspiel ist gefunden – der richtige Umgang mit dem Spielen auch?

Auch wenn einige der anwesenden Eltern offen eingestanden, dass sie das Thema Medien "am liebsten von der Welt verbannen würden", war dennoch allen klar, dass sie sich dieser Erziehungsaufgabe stellen wollen. Die Auseinandersetzung mit den Kindern über die angemessene Nutzungsdauer und das angemessene Spielverhalten gehört in jeder Familie früher oder später zum Erziehungsalltag. "Wichtig ist dabei", so Kerstin Raudonat, "dass Kinder von klein auf lernen, dass der Umgang mit Medien an bestimmte Regeln geknüpft ist." Dabei geht es weniger um die Frage, ob das Zeitkontingent, dass man seinen Kindern für die Fernseh- oder Computernutzung zur Verfügung stellt, fünf Minuten kürzer oder länger ist. Wesentlich ist, dass es überhaupt verbindliche Vereinbarungen über die Mediennutzung gibt.

Kinder brauchen Begleitung – gerade auch, was den richtigen Umgang mit Medien angeht. "Sich informieren, über Medienerlebnisse sprechen, Interesse zeigen und auch mal das eine oder andere Spiel gemeinsam mit den Kindern spielen." Das sind im Prinzip die wichtigsten Tipps, wie Eltern dieser Erziehungsaufgabe gerecht werden können.

Weitere Informationen

Weitere Informationen für Eltern erhalten Sie in der Broschüre Medien – aber sicher. Ein Ratgeber für Eltern. Der vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) herausgegebene und auf MediaCulture-online abgebildete Ratgeber gibt einen kurzen, knappen Überblick über kindliche und  jugendliche Medienwelten und praktische Erziehungstipps sowie Hinweise zum Weiterlesen.

Wenn Sie auch an Ihrer Kindertagesstätte oder an Ihrer Schule einen Elternabend durchführen möchten, wenden Sie sich gerne an die Medienpädagogische Beratungsstelle des LMZ unter 0711 / 2850 - 777.

Kontakt

Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
Rotenbergstraße 111
70190 Stuttgart


Doreen Peßler
0711 / 2850 - 772
pessler@lmz-bw.de